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Gerechtigkeit Teil II

Gerechtigkeit Teil II

Lohndumping und Altersarmut

Autor: victoria/Freitag, 25. August 2017/Kategorien: Inland

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Lohndumping und Altersarmut

Die Agenda 2010 wird immer hochgelobt, wenn es um die Senkung der Arbeitslosigkeit geht. Und tatsächlich: Laut Statistik haben sich die Arbeitslosenzahlen in den letzten 12 Jahren halbiert. Waren 2005 noch 11,7% Arbeitslose gemeldet, sind es im Jahr 2017 nur noch 5,9%. Auf den ersten Blick sieht das nicht schlecht aus, aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Zwar war die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns eine wichtige Maßnahme in der Lohnfindung, kann aber  die Lohnkoordinierung durch Tarifverträge nicht ersetzen. Festanstellungen haben in gigantischer Weise abgenommen, Zeitarbeit und die Auslagerung ganzer Tätigkeitsbereiche haben hingegen gigantisch zugenommen.


Das betrifft aber nur die unteren Lohngruppen. In der Tat können immer weniger Beschäftigte in niedrig bezahlten und prekären(1) Tätigkeiten von ihrem Lohn noch leben, während die Gehälter der Beschäftigten in hochqualifizierten Tätigkeiten und Führungspositionen, insbesondere die der Top-Manager in den Vorstandsetagen, enorm gestiegen sind. Ganze Bevölkerungsgruppen verdingen sich als ZeitarbeiterInnen und leben in permanenter Unsicherheit, ob sie wieder eine Arbeit finden oder ihr prekäres Arbeitsverhältnis verlängert wird.


Auch Mehrarbeit lohnt sich für Viele häufig nicht. Wie aus einer von Bertelsmann in Auftrag gegebenen Studie hervorgeht, kommt vom Lohnzuwachs in den unteren Einkommensgruppen aufgrund von Sozialabgaben, Transferleistungen und Einkommenssteuer nichts im Portemonnaie an. Im schlimmsten Fall kann am Ende sogar weniger übrig bleiben als ohne den Mehrverdienst, der sog. "kalten Progression" sei Dank.

Die miserable Gesamtsituation auf dem Arbeitsmarkt lässt viele Menschen in die Altersarmut abgleiten, von der überwiegend Frauen betroffen sind. Es ist eine Schande, dass in einem reichen Land wie Deutschland Kinderarmut enorm zugenommen hat, erwachsene Menschen in Mülltonnen nach Essbarem suchen, Millionen von Menschen auf "Tafeln" angewiesen sind und RentnerInnen arbeiten gehen müssen, um über die Runden zu kommen.

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(1)  prekär bedeutet schwierig, unsicher.


 
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