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Die Suche hat begonnen. phil.Cologne Internationales Festival der Philosophie

Auftakt am 26.06.2013 mit Richard Davit Precht

Die Suche hat begonnen.  phil.Cologne Internationales Festival der Philosophie 26.-30.06.2013

Als ich im WDR5  das erste Mal von der phil.Cologne hörte, war ich ganz schön gespannt darauf, was denn da nach Köln kommen würde.

Der Auftakt am 26.06.2013 mit Richard David Precht gefiel mir so gut, dass ich sofort bei Köln-Ticket zwei Karten bestellte.

Vor dem WDR überraschten uns die beiden Jungs von Qult mit ihren sehr sanften melodischen Rap Songs. Eine ganze Reihe von afrikanisch aussehenden Köln-Tourist/innen ließen sich mit den Jungs fotografieren oder auf Videos zaubern.

Am Eingang zum WDR durch ein Spalier laufend an Menschen vorbei, die einem etwas Bedrucktes aufdringlich in die Hand drücken wollten, gefiel mir nicht besonders.

„Alles muss abgegeben werden, auch die Handtasche“!  „Aber ich hab da viel Geld drin, komme gerade vom Flughafen aus Barcelona, das geht doch nicht“, beschwerte sich eine Frau vor uns gegenüber dem Mann, der die Einlasskontrolle vor dem Bismarck-Saal inne hatte.

Daraufhin schlüpfte ich eilig zur Garderobe und tauschte dort Jacke und Mantel gegen ein Nümmerchen auf einem Aluminiumplättchen.

Wir fanden schnell unsere Plätze, da der Saal noch ziemlich leer war. Dann begann das übliche Spiel. Die Leute, die rechts hinten in der Reihe einen Platz hatten, kamen selbstverständlich von links, und alle in der Reihe durften aufstehen. Dieser Vorgang wiederholte sich gefühlte 20 Mal.

Nachdem ich meine persönliche Statistik mit meiner Beobachtung, viel mehr Frauen als Männer im Saal zu sehen, in der Reihe vor uns mit nur 8 Männern und 26 Frauen abgeschlossen hatte, ging es dann auch schon mit der Begrüßung durch Wolfram Eilenberger los.

Dann kam Richard David Precht auf die Bühne, begrüßte uns und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, uns mit seiner gewohnt selbstsicheren, witzigen und druckreifen Ausdrucksweise, klar und deutlich sprechend, in seinen Bann zu ziehen.

Die Suche hat begonnen, wozu Philosophie? Sinnsuche, Innovation, Wissenschaft, und:

Die Glücklichen sind neugierig. Seine Rolle sieht Herr Precht darin, der Wissenschaft zu helfen, sich selber besser zu verstehen.

Moral und Vernunft: Die Menschen sind lieber die Bösen als die Dummen. Wir fälschen unsere Bilanzen. Moral-Einflüsterung bei Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren. Angeborener Sinn für Unfairness. Er überrascht uns Zuhörer/innen immer wieder, indem er humorvoll, mit tiefsinnigen Erkenntnissen und Zusammenhängen, wie bespielsweise die Ehe als Sozial-Schach zu bezeichnen, uns auf die eigenen Weltbilder im Kopf aufmerksam macht.

Ich bin beeindruckt von dem breit gefächerten Wissen, das Herr Precht heraussprudelt.

Gott und die Gene. Top-Down- oder  Down-Top-Betrachtungen, Gehinrnlappen, Makakken, Weintrauben-Experiment, die Weiche, der dicke Mann, Gedankenausverkauf.

Es geht Herrn Precht, so wie er zum Schluss sagt, mehr um die Interdependenz zwischen Philosophie und Wissenschaft und weniger um die Deutung der historischen Philosophie an sich. Dafür wünscht er sich ein systemisches Umwälzen der philosophischen Ausbildung.

Vor dem Vortrag hatten ich noch gestöhnt, „Wie werde ich denn die kommenden 90 Minuten aushalten?“, und jetzt geht es mir so, dass ich enttäuscht davon bin, dass der Vortag vorbei ist.

Sehr gerne würde ich jetzt mit Herrn Precht und anderen interessierten Zuhörer/innen in eine Diskussion einsteigen, aber so etwas geht ja leider nicht.

Gedränge vor der Garderobe. Eine junge Frau steht vor mir und meint, „Ich muss auf die Toilette“. In diesem Moment war der kurzweilige Zauber, dem ich zuvor erlegen war, vorbei und ich in der Realität angekommen.

Noch schnell mit der Handykamera ein Foto von Herrn Precht am Signierplatz geschossen und dann herausgeeilt, zurück in den eigenen Kosmos.

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TAGs: philcologne Precht

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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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