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Istanbuler Strafgericht gegen Menschenrechtler und Schriftsteller Dogan Akhanli

Günter Wallraff: Eine beängstigende Groteske

Presseerklärung und Einladung zur Pressekonferenz in Istanbul

Strafprozess gegen Dogan Akhanli

Günter Wallraff: Eine beängstigende Groteske


 

Am 31. Juli wird in Istanbul der 2. Strafprozess gegen den Menschenrechtler und
Schriftsteller Dogan Akhanli stattfinden. Günter Wallraff, der zur 20-köpfigen Delegation aus
Deutschland gehört, die den Prozess beobachtet, nennt ihn eine beängstigende Groteske, die
den Verdacht politischer Gesinnungsjustiz nahelege. Der weltbekannte Autor erklärt:
"Es gehört zu den üblichen Methoden staatlicher Macht, Kritiker in die Terroristenecke
abzudrängen. So versucht das auch die türkische Justiz mit Akhanli. Leider kommt das auf
der ganzen Welt vor, macht aber das Ganze aber nicht weniger verwerflich und alarmierend.
Denn ob China oder Russland, Türkei, Ägypten oder aktuell USA: Menschen, die für das freie
Wort, die freie Information, das Ende von Bespitzelung und staatlicher Willkür eintreten, sind
eben keine Terroristen oder Staatsfeinde, sondern aktive Demokraten, wie sie überall auf der
Welt dringend benötigt werden."
Die Delegation stellt den erneuten, vom Revisionsgericht in Ankara erzwungenen
Strafprozess gegen Akhanli in eine Reihe mit den unsäglichen Inhaftierungen und
Gerichtsverfahren, mit denen die Machthaber der Türkei derzeit die demokratischen
Bewegungen im Land überziehen. Es werden Scheinbeweise konstruiert, staatliche
Gewaltexzesse mit erfundenen und angeblich unerlaubten Widerstandshandlungen ihrer Opfer
gerechtfertigt und Paragraphen gebogen, bis sie passen. Leider wirken hohe politische Ebenen
in diesem Sinne aktiv auf die Justiz ein. Anscheinend wollen diese Kräfte an Dogan Akhanli,
der für seine literarische und politische Aufarbeitung des Genozids an den Armeniern bekannt
geworden ist, ein Exempel statuieren, ähnlich wie bei der kürzlich in Abwesenheit zu
lebenslanger Einzelhaft verurteilten Soziologin und Menschenrechtlerin Pinar Selek.
Wir fordern einen zweiten Freispruch für Dogan Akhanli und hoffen, dass die Zivilcourage
auch bei einem türkischen Gericht größer ist als der Gehorsam gegenüber absurden und
ungerechten Anweisungen höherer Stellen.

Wir laden zur Pressekonferenz am 30.7., 17.00 Uhr in die Räume des IHD (ÇUKURLU
ÇEŞME SOKAK, BAYMAN APARTMANI, NO:10/1, TAKSİM / İSTANBUL) ein.
Günter Wallraff ist anwesend.

Verantwortlich:
Initiative Gerechtigkeit-fuer-dogan-akhanli.de

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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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