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Wurden Sie schon einmal aus dem 21. Jahrhundert ins Mittelalter zurückgeschickt?

Wurden Sie schon einmal aus dem 21. Jahrhundert ins Mittelalter zurückgeschickt?

Auf der Suche nach einem 400 Euro-Job, letztes Jahr, bekam ich ein Angebot, als Gartenhelfer beschäftigt zu werden.

Ich stellte mich vor, schaute mit die Grünflächen rund um das Haus des Alten- und Pflegeheims an und wurde mit dem Geschäftsführer schnell einig. Nachdem ich eine Nacht über die Möglichkeiten des 400 Euro-Jobs geschlafen hatte, rief ich am nächsten Morgen in der Senioreneinrichtung an und teilte dem Geschäftsführer mit, dass ich den Job annehmen würde. Er meinte dann, seine Sekretärin würde meine Daten aufnehmen, um einen Arbeitsvertrag aufsetzen zu können.

Die Sekretärin teilte mir dann am Telefon mit, dass sie bestimmt eine Stunde dafür benötigen würde, die umfangreichen Formulare zusammenzustellen, und fragte mich, ob sie mir die Unterlagen auch faxen könne, damit ich diese dann ausgefüllt und unterschrieben zurücksenden könne, denn dann erst könne sie den Arbeitsvertrag erstellen.

„Komisch“, dachte ich spontan, „was werden die denn alles von dir wissen wollen, damit du als Gartenhelfer bei ihnen arbeiten darfst? Ich bin ja weder katholisch noch gehöre ich sonst einer Kirche an, hat mich ja auch keiner danach gefragt, wird ja wohl auch nicht so wichtig sein.“

Als ich dann am frühen Abend die nachfolgenden acht Seiten in meinen Händen hielt, kam ich mir plötzlich vor wie eine Kaulquappe, die auf dem Trockenen liegend hektisch nach Luft schnappen musste.

„Unkraut heraus machen und dafür ein polizeiliches Führungszeugnis, wie passte das zusammen,“ dachte ich.

Mittelalterliche Vereinbarungen, wie sie von mir auf der Seit sechs gefordert wurden, hatte ich zuvor in meinem ganzen Leben noch gesehen, geschweige denn würde ich solch eine Vereinbarung jemals unterschreiben.

„Wann werden wohl die Trennung von Staat und Kirche je umgesetzt und der Sonderstatus der Kirchen im Arbeitsrecht je aufgehoben werden,“ fragte ich mich und sandte das Blatt „Ihre Bewerbung“ mit meinem Vermerk „Nein, danke“ zurück.

 

 

 

 

 

 

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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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