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Ist der Pazifismus in Deutschland tot?

Ist der Pazifismus in Deutschland tot?

Autor: k.schampaul/Freitag, 20. November 2015/Kategorien: Inland, Ausland

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In diesen Tagen fühle ich mich wie einer gegen alle, die für noch mehr Krieg sind und jeden, der nicht ihre Meinung teilt, als weltfremden Spinner verurteilt.

Lange ist es her, dass die Friedensbewegung sich Gehör verschaffen konnte und die Grünen als Partei noch wählbar waren.

Verblasst ist die Erinnerung an den ungeliebten Kanzler Schröder, der das Rückgrat besaß, nicht mit dem kleinen Busch in den Irak-Krieg zu ziehen.

Kollateralschäden, wie die Bombardierung eines Krankenhauses in Kundus, Afghanistan, sind blitzschnell vergessen, wenn es um den Krieg gegen den IS geht.

Bomben auf Kurden, tausendfache Menschenrechtsverletzungen, Knechtung der Presse und Meinungsfreiheit werden für nichtig erklärt angesichts des Krieges gegen den IS und angesichts der heimatlosen Flüchtlinge.

Milliarden von Euro werden für Aufrüstung in Sicherheitstechnik, Militär und Geheimdienste investiert.

Angesichts des schwächelnden weltweiten Wachstums wird der Krieg für neues Wachstum sorgen.

Wie kann man dagegen sein? Wir als drittgrößter Waffen-Exporteur weltweit, sollten uns doch über jede zusätzliche Nachfrage freuen.

Der traurige Horror, den Paris erleben musste, ist ein Geschenk an die Falken, die sofort den Krieg und Bündnisfall ausriefen.

Wie schon nach 9-11 werden Freiheit und Menschenrechte geopfert, ohne nur eine Sekunde darüber nachzudenken, ob es nicht auch Alternativen gibt, die nicht zu noch mehr Krieg und Zerstörung von Menschlichkeit führen.

Angst geht um, und fast jeder fragt sich, ob es noch sicher ist, zu der einen oder andern Veranstaltung zu gehen, oder ob es besser ist, sich zu Hause hinter dem Smart-TV zu verstecken.

Mir ist nur noch schlecht, und wenn ich dann auch noch das Kriegsgeheul von unserem Bundespräsidenten-Prediger höre, könnte ich kotzen.

Krieg wird uns als alternativlos verkauft, denn keiner von denen, die dafür verantwortlich sind, wollen die Ursachen verändern.

Starke Frauen und Männer sind gefragt und können sicher sein, wieder gewählt zu werden. Solche mit Zukunftsvisionen einer in Frieden lebenden Weltgemeinschaft sind doch unwählbare träumende Spinner, mit den man nichts zu tun haben möchte.

Klar: Es ist viel einfacher, den Geheimdienst, die Polizei und das Militär aufzurüsten, als z.B. in Duisburg-Marxlohe oder in Dresden mit den Menschen dort Perspektiven mit Zukunftsprojekten aufzubauen.

Der Klimawandel ist längst auch in Deutschland angekommen, doch erst nach der nächsten Wahl, wenn die ultrarechte AfD dank Herrn Seehofer und Freunden satt im Bundestag sitzt, wird  der durch BILD gebildete Michel davon erfahren und mit offenem Mund über die neue Eiszeit staunen.

Der Pazifismus in  Deutschland ist noch nicht tot, sondern schläft nur noch ein Weilchen, so hoffe ich.

Lassen Sie sich keine Angst machen, und bleiben Sie gesund!

 
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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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