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Nichtwähler/innen sind in Deutschland seit langem die drittstärkste demokratische Kraft.

Nichtwähler/innen sind in Deutschland seit langem die drittstärkste demokratische Kraft.

Sie haben die Macht, die parteipolitischen Kräfteverhältnisse deutlich zu beeinflussen.

Autor: k.schampaul/Freitag, 9. Dezember 2016/Kategorien: Inland

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Das Phänomen des Nichtwählens wird unterschiedlich eingeschätzt. Zwei entgegengesetzte Thesen stehen sich gegenüber: Während Vertreter/innen der Krisenthese hinter der Wahlenthaltung überwiegend Politikverdrossenheit, Protest und eine Ablehnung des Systems ausmachen wollen, sehen andere hinter den steigenden Nichtwählerzahlen eine längerfristige Normalisierung im Vergleich zu anderen westlichen Demokratien.

Auf Wikipedia finden Sie mehr dazu.

Der Politologe Thomas Kleinhenz kommt in seiner 1994 erstellten Studie "Die Nichtwähler" (Studien zur Sozialwissenschaft) zu dem Ergebnis, dass viele Nichtwähler sowohl sozial als auch politisch Bürger aus der Mitte sind.

Konkret unterscheidet Thomas Kleinhenz sieben Nichtwählertypen:

Der "Randständige" mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand, der Parteien und Institutionen grundsätzlich ablehnend gegenübersteht;

Der "desinteressierte Passive", der eher zur Systemzufriedenheit neigt, den politische Fragen aber nur am Rande interessieren;

Der "Saturierte", der mit dem System ebenfalls meist zufrieden ist und nur von Mal zu Mal wählen geht. In dieser Gruppe sind laut Kleinhenz überdurchschnittlich hohe monatliche Haushaltseinkommen zu finden;

Der "aufstiegsorientierte Jüngere", der sich vor allem um Karriere und konsumorientiertes Freizeitverhalten kümmert und kaum Parteibindungen hat;

Der "junge Individualist", der seine persönlichen Ziele in den Mittelpunkt stellt und staatsbürgerliche Pflichten für nicht allzu wichtig hält;

Der "politisch Aktive", der Wahlen nicht für die einzige Form politischen Engagements hält, sondern sich im Zweifelsfall lieber an Bürgerinitiativen oder Demonstrationen beteiligt. Seine politische Heimat liegt meist bei den Grünen und der SPD;

Der "enttäuschte Arbeiter", der hohes politisches Interesse und oft eine Bindung an die SPD hat, aber unzufrieden mit Parteien und Politikern ist.

Haben Sie sich in der Auflistung irgendwo wiedergefunden? Dann geht es Ihnen wie mir. Ich möchte allerdings nicht so überrascht tun müssen wie z. B. viele Briten nach dem Brexit- Votum, die dann sagten, dass sie nicht gewählt haben, obwohl sie ein anderes Ergebnis wollten.

Unabhängig davon, ob diese Studie nach 22 Jahren noch die heutige Situation abbildet,  machen Sie es besser, gehen Sie 2017 wählen, und bleiben Sie gesund!

P.S. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zu dem Thema mit dem Titel: "Prekäre Wahlen; Milieus und soziale Selektivität der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013" finden Sie als pdf Datei im Download.

 

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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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