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Veröffentlicht am Freitag, 14. Juni 2013

Antibiotika können Bakterien stärker machen

Ärzte und Wissen¬schaftler warnen seit langem vor immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika-Therapien.

Antibiotika können Bakterien stärker machen
Antibiotika können Bakterien stärker machen

Ärzt/innen und Wissenschaftler/innen warnen seit langem vor immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika-Therapien. Besonders die vielen Krankenhausinfektionen in Deutschland sind Besorgnis erregend, woran jährlich Hunderttausende Menschen erkranken. Es wird davon ausgegangen, dass bei 20 Prozent dieser Erkrankungen resistente Erreger im Spiel sind. Für die Patient/innen bedeutet dies längere Behandlungszeiten und eine verzögerte oder nicht eintretende Heilung der Infektion.

Das Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bemängelt den unkritischen Einsatz von Antibiotika und hält bis zu 50 Prozent aller Antibiotika-Einsätze in Krankenhäusern für nicht angemessen.

Es scheint generell so zu sein, dass die Waffe Antibiotika immer stumpfer wird und Ärzt/innen zunehmend vor dem Problem stehen, bei schweren Erkankungen keine wirksamen Medikamente mehr zur Verfügung zu haben. Zwar werden immer neue Antibiotika entwickelt, aber es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Eine weitere Ursache für die Resistenzentwicklung von Bakterien ist die, dass viele Patient/innen die von ihrem Arzt verschriebenen Antibiotika zu früh absetzen, z. B. weil sie sich nicht mehr krank fühlen oder weil sie schlicht vergessen, sie nach Vorschrift einzunehmen.

Wie entstehen Resistenzen?

Werden Antibiotika zu früh abgesetzt, z. B., weil der Patient keine Symptome mehr spürt, dann bleiben einige Bakterien im Körper übrig - meist die besonders widerstandsfähigen. Diese vermehren sich nach Absetzen des Antibiotikums sofort wieder. Wie die Resistenzentwicklung genau funktioniert, hat vor drei Jahren eine Forschergruppe an der Universität Boston herausgefunden.

Sie beschreiben in einem Fachartikel in der Zeitschrift "Molecular Cell", wie Antibiotika die Bildung von freien Radikalen in den Bakterien fördern. Wenn die Konzentration der Antibiotika hoch genug ist, dann unterstützen die freien Radikalen die Wirkung der Antibiotika und greifen auch deren DNA an, was ja bezweckt ist.

Wenn aber einige Bakterien überleben, dann erneuern diese ihre DNA. Und da die Reparaturenzyme für die Erneuerung der DNA fehleranfällig sind, entstehen daraus Mutationen. Das heißt, es können sich neue Bakterien entwickeln, die gegen das eingesetzte Antibiotikum resistent sind.  Hinzu kommt, dass unsicher ist, welche Resistenzen genau entstehen. Mal wirkt dann das Antibiotikum noch, und mal nicht.

Nach Auffassung der Forscher unterstreichen die Experimente noch einmal mehr die Notwendigkeit, Antibiotika mit Bedacht, lange genug und in den richtigen Dosierungen einzusetzen.
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Quellen:
- Molecular Cell (2010) – wissenschaftliche Zeitschrift, die sich hauptsächlich mit Zell- und Molekularbiologie beschäftigt, die seit 1997 existiert und zweimal monatlich erscheint.

- http://download.cell.com/molecular-cell/pdf/PIIS1097276510000286.pdf?intermediate=true
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