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Bange machen und abschrecken

Köln kann noch nicht verhältnismäßig. 22.04.2017 und 23 04.2017 AfD Parteitag in Köln.

Autor: k.schampaul/Montag, 24. April 2017/Kategorien: Inland

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Am Freitag, den 21.04, habe ich Fisch bestellt in der Bahnhofstraße in Köln-Porz. Als ich dort ankomme, stehen vor meinem Fischladen mehrere Polizisten und unterhalten sich. Ich frage die Anwesenden, wie sie den Einsatz sehen am morgigen Tag, an dem der AFD-Parteitag in Köln starten wird und Gegendemonstrationen von "Köln stellt sich quer" angekündigt sind.

Die Polizisten berichten mir davon, dass sie mit dem Schlimmsten rechnen und keinem Menschen raten, morgen in die Stadt zu fahren. Wer nicht unbedingt in die Stadt müsse, solle die Innenstadt auf jeden Fall meiden, denn es sei mit Ausschreitungen zu rechnen.

Überlegt hab ich dann eine ganze Weile, ob ich hingehen sollte oder nicht. Meine Frau hatte Angst um mich und unser Auto.  Am Morgen des 22.04 wird im Radio darüber berichtet, dass es bereits morgens um 6 Uhr Angriffe auf Polizisten in Köln-Deutz gegeben haben soll.  Außerdem war zu hören, dass ein Auto in der Südstadt angesteckt worden sein sollte.

Nicht einladend, sondern eher abschreckend fand ich diese Meldungen, und dann kam auch noch der Nieselregen dazu, und es war kalt und ekelig draußen auf dem Hunde-Spaziergang. Nach dem Frühstück entscheide ich mich erst einmal, einkaufen zu gehen und dann auf jeden Fall zur Demo in die Stadt zu fahren. Ich wundere mich auf der Fahrt darüber, dass so wenig Verkehr auf der Siegburger Straße Richtung Deutz ist. Fahre über die Severinsbrücke zum Rheinufer runter. Dort stehen schon Polizeifahrzeuge, die die Rheinuferstraße Richtung Heumarkt komplett abgesperrt haben. Ich parke unter der Severinsbrücke. Ein Hubschrauber kreist über dem Tagungshotel. Gehe die Rheinuferstraße am Schokoladenmuseum vorbei in der Hoffnung, irgendwie zum Heumarkt zu gelangen. Straßensperren. Polizisten schauen müde und unfreundlich.

Auf meine Frage, wie ich denn zum Heumarkt gelangen könnte, bekomme ich eine unbefriedigende Antwort: „Sie müssen irgendwo außen herum gehen". Auf dem Weg zum Heumarkt klart es immer mehr auf, und es kommen Leute aus allen Richtungen, die auch zum Heumarkt unterwegs zu sein scheinen. Auf dem Platz angekommen, sehe ich sehr viele Leute mit Kindern, und alles ist bunt und friedlich. Gehe dann auf die andere Seite des Platzes in Richtung der Deutzer Brücke. Dort sind doppelte Gitter Reihen aufgebaut, und auf der Abfahrt der Brücke steht ein riesiger blauer Wasserwerfer. Mehrere Polizisten beäugen mich extrem misstrauisch, wie ich  mit der Kamera in der Hand zu ihnen herüberschaue.

4000 Polizisten, ein Hubschrauber, Wasserwerfer, Flugverbotszone, Pferdestaffel und Vieles mehr an Fahrzeugen und Ausrüstung wurde aufgeboten, um den AFD-Parteitag zu schützen.

Ich denke an die Silvesternacht und das Versagen der Polizei und der Stadt Köln, und jetzt diese Aufrüstung, als wäre ein Bürgerkrieg zu erwarten! Wieso bekommen die das nicht verhältnismäßig hin, frage ich mich und mache mich zurück auf den Weg zu meinem Auto.

Dann kommt mir der Demonstrationszug aus der Südstadt mit xtausend Menschen entgegen. Alles ist friedlich und bunt, und außerdem kommen mir die Menschen gut gelaunt vor. Das könnte etwas damit zu tun haben, dass die Sonne durch ein paar lockere Wolken scheint, oder dass der Demonstrationszug kurz vor seinem Ziel am Heumarkt angekommen ist. Ich bin jetzt doch sehr froh darüber, den Arsch hoch bekommen zu haben und zu der Demo gegangen zu sein. Jetzt bleibt mir nur noch zu hoffen, dass vor der nächsten Demo die Einschüchterung durch die Staatsmacht nicht so massiv sein wird wie vor dem heutigen Tag.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und nutzen Sie Ihre demokratischen Rechte zur friedlichen Einmischung auf einer der nächsten Demos.
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Ich bin Jahrgang 1949 lebe und arbeite in Köln Porz am Rhein.

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