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Blues auf Kölsch? Geht das?

Blues auf Kölsch? Geht das?

Nichts ist in der Musik so vielfältig wie Blues. Ob nun in englischer oder deutscher Sprache gesungen, der Blues erwischt jeden.

Autor: Elisabeth van Langen/Mittwoch, 10. Mai 2017/Kategorien: Musik, Kunst und Literatur

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Viele Musiker haben es W.C.Handy nachgemacht und ihren ganz eigenen Blues kreiert. Mittlerweile ist er nicht mehr nur der Sound einer ärmeren Gesellschaftsschicht, sondern wird querbeet gesungen und gehört. Auch ist er in vielen Sprachen längst angekommen. In Europa gibt es ihn genauso wie in Amerika oder Afrika. Eins ist ihm geblieben:der Hang zur ausdrucksvollen Stimme und Gitarren-Klang, der sich einprägt.

Ob er nun in Englisch, Deutsch oder gar Kölsch gesungen wird, er ist unverzichtbar in der Musikwelt. Kölschen Blues bevorzuge ich natürlich, denn den verstehe ich als "kölsch Mädche" natürlich doppelt gut. So sind mir die Kernaussagen von z.B. dem Kölner Blues Duo "Bilderstöckchen Blues Büggele" sehr vertraut, besingen sie in ihren Liedern doch ein Stück Heimat. Wenn sie über das Leben im Kölner Veedel "Bilderstöckchen", der "Escher Stroaß" oder die Problematik mit dem Chef und der unterbezahlten Frau Meyer singen, dann kriecht er ganz vorsichtig in einem hoch, der Blues. Doch nicht negativ behaftet, sondern bejahend, nickend, verstehend.


Warum ist dies so? Weil wir seit Jahrhunderten uns mit Musik mitteilen können, und kaum eine Musikrichtung kann dies so gut wie der Blues im Einklang von Stimme und Instrument. Bei manchen Musikern hat er Einschläge von Rockmusik, bei anderen geht er mehr in die Richtung Gospelsongs, etwas, das ihm von früher haften geblieben ist. Manchmal wird er auch politisch, doch nicht immer, und dies ist dem alltäglichen Mainstream förderlich. In den vielen Jahrzehnten unterlag er so mancher Wandlung und kennt viele Varianten und Richtungen. So gesehen brauchen wir ihn, damals wie heute, um uns zu befreien von den Einflüssen, die das Leben auf uns nimmt.


Auch haben wir hier und dort einmal den Blues, so ist er dennoch in der Lage uns zu euphorisieren. Am letzten Wochenende konnte man in der Kölner Südstadt, in der Kultkneipe "Zum Pitter", miterleben, wie die Kölsch Blues CD "Bilderstöckchenkraad" das Licht der Welt erblickte und dem Publikum zu neuen Erkenntnissen verhalf. Beim ein oder anderen sah man nicht nur ein Lächeln oder ein zustimmendes Nicken, sondern auch ein verstohlen weggewischtes Tränchen. Blues kann das! Dies beweisen die Bilderstöckchen Blues Büggele immer wieder gerne, und man wird noch viel in der Kölner Blues-Szene von ihnen hören.
 
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