Background Color:
 
Background Pattern:
Reset
Demokratische Partei USA: Lieber Krieg riskieren als Selbstkritik üben

Demokratische Partei USA: Lieber Krieg riskieren als Selbstkritik üben

Foto von Pixabay

Autor: victoria/Freitag, 7. Juli 2017/Kategorien: Ausland

Bewerten Sie diesen Artikel:
4.2

Die Demokratische Partei in den USA ist so versessen darauf, Trump und seiner Mannschaft unlautere Verbindungen zu Russland nachzuweisen und ihn darüber zu Fall zu bringen, dass sie sogar einen Krieg in Kauf nehmen würde.

Entsprechend heftig und amtsschädigend sind die Unterstellungen und Vorwürfe, Donald Trump habe zugelassen, dass Russland sich in den Wahlkampf einmischen würde und auf diese Weise die Präsidentschaftskandidatin Clinton aus dem Ring geworfen habe. Das hat dazu geführt, dass er sich nun tatsächlich genötigt fühlt, gegenüber Russland und Putin eine andere Haltung einzunehmen, als er ursprünglich in seinem Wahlkampf verkündet hatte. Denn eigentlich gehörte Trump´s während des Wahlkampfs mehrfach wiederholte Aussage, seine Regierung habe vor, bessere Beziehungen zu Russland und seinem Präsidenten aufzubauen, zu den wenigen Lichtblicken in seinen ansonsten überwiegend irritierend anmutenden Ankündigungen.

Es ist beklemmend und alarmierend, dass sich die Demokratische Partei - und insbesondere die Mannschaft um Hillary Clinton – bislang in keinster Weise sichtbar damit beschäftigt hat, wieso sie wirklich die Wahlen verlor. Dass sie nicht öffentlich darüber diskutiert, ob nicht auch politische Gründe wie die Abgehobenheit der Partei und die Vernachlässigung der Bedürfnisse von weiten Teilen der Bevölkerung Gründe für ihre Niederlage waren.

Denn offenbar hat die Berücksichtigung genau dieser Zusammenhänge das Pendel in Richtung Trump ausschlagen lassen, der mit seinen robusten und volksnahen Auftritten während des Wahlkampfs und seit seiner Amtsübernahme vor allem mit seinen Tweets eine "Verbundenheit" mit "seiner" Basis herzustellen vermochte, was so bisher noch keinem Präsidenten gelungen war. So sind in der Tat Trump-Anhänger/innen unglaublich stolz darauf, über Twitter von ihrem Präsidenten "persönlich" angeschrieben zu werden und auf diese Weise vermeintlich über alle seine Motive und Schritte informiert zu sein, wie ich aus Gesprächen mit Amerikaner/innen erfahren durfte.

Auf eine sehr gefährliche Art und Weise hat sich also die Demokratische Partei der USA festgebissen an Russia-Gate und damit an dem festen Vorsatz, Trump auf jeden Fall eine Beteiligung an der (immer noch nicht wirklich belegten) russischen Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf nachzuweisen, um ihn mit einem solchen (vermuteten) Verstoß gegen die Verfassung aus dem Amt werfen zu können. Diese Unternehmung beschäftigt seit einem halben Jahr unzählige Gremien und Geheimdienste, Juristen und Staatsbeamte, verschlingt unglaubliche menschliche und finanzielle Ressourcen und wird dabei unterstützt von einer Reihe von wichtigen amerikanischen Medien wie New York Times und Washington Post und dem Nachrichten-Sender CNN, um nur einige wenige zu nennen.

Trumps Politik offenbart unterdessen ganz andere Schwachpunkte als eine allzu große Nähe zu Putin, wenn man einige seiner innenpolitischen Schnellschüsse (z. B. Muslim-Bann, Aushebeln von Obama-Care, Steuerreform) und einige seiner außenpolitischen Maneuver (z. B. Raketenabwurf in Syrien, Bombenabwurf in Afghanistan, Verlegung von Kriegsschiffen an die koreanische Küste) betrachtet. Beunruhigend ist für viele politische Beobachter/innen natürlich auch die Unberechenbarkeit des neuen Präsidenten, da diese außenpolitischen Aggressionen in keinster Weise seinen Wahlkampfankündigungen von weniger Einmischung in fremde Regionen und Entspannung in der Außenpolitik entsprechen.

Zurück zum Versuch der Demokratischen Partei, Trump aus dem dem Amt zu entfernen, indem ihm Moskau-Nähe und sogar "Landesverrat" nachgewiesen werden soll. Es sieht nun so aus, als würden diese Anschuldigungen Wirkung zeigen, wie Trumps Rede einen Tag vor dem G20-Gipfel in Polen zeigt, was aber in eine gefährliche Richtung gehen kann. Ob die Demokaten sich dessen bewusst sind?

Wenn es nun nicht nur bei Trumps neuem Putin-Bashing bleibt ("endlich", sagen die meisten), indem er ihm "destabilisierende Politik" vorwirft, um sich damit aus den Anschuldigungen und Vorwürfen der Demokraten herauszuziehen? Was, wenn – wie viele politische Analysten befürchten - die Demokraten keine Ruhe geben werden, bis Trump sich offen aggressiv gegen Russland zeigt und sich zu kriegerischen Handlungen hinreißen lässt? Kriegseintritts-Möglichkeiten, um Putin herauszufordern, gibt es schließlich genug, sozusagen an jeder Welt-Ecke.

Vielleicht werden die osteuropäischen Staaten es einmal bereuen, dass sie amerikanische Waffen und Truppen in ihrer Nähe und teilweise auf ihren Territorien nicht nur dulden, sondern sogar herbeiwünschen und freudig begrüßen.


 
Drucken

Anzahl der Ansichten (386)/Kommentare (0)

victoria
victoria

victoria

Weitere Beiträge von victoria
Autor kontaktieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Name:
E-Mail:
Kommentar:
Kommentar hinzufügen

Ihr Name
Ihre e-Mailadresse
Betreff
Geben Sie Ihre Nachricht ein...
x