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Veröffentlicht am Freitag, 18. August 2017

Treibjagd auf Batterien - Geschichte aus dem Tagebuch einer Seh- und Gehbehinderten

Treibjagd auf Batterien - Geschichte aus dem Tagebuch einer Seh- und Gehbehinderten
Ich war mit einem Gefäß bei einer sehenden Nachbarin, in dem ich leere Batterien sammele, weil ich wissen wollte, welche davon wiederaufladbar sind, und welche ich am nächsten Morgen mit in den Supermarkt nehmen könnte, um sie in der dortigen Sammelstelle zu entsorgen.

Für die wiederaufladbaren nahm ich eine Tüte mit, um sie von den zu entsorgenden trennen zu können. Da nach dem Sortieren nur vier Batterien in der Tüte waren, tat ich sie nach der Rückkehr in meine Wohnung in ein Ladegerät im Wohnzimmer und beschloss, den Inhalt des Sammelbehälters in die daraufhin leere Tüte zu schütten, weil sich eine Tüte in einem vollen Einkaufskorb sicher besser transportieren lässt als ein einerähnliches Behältnis. Die Tüte wollte ich danach schon einmal in den Einkaufskorb tun, um sie am nächsten Morgen nicht zu vergessen.

Auf dem Weg zum Einkaufskorb, der bereits mit Leergut gefüllt im Flur stand, wollte ich das Sammelbehältnis zurück an seinen Stammplatz in der Küche bringen. Also stellte ich das leere Sammelbehältnis und die gefüllte Tüte auf meinen Schoß, weil ich die Hände schließlich zur Fortbewegung mit dem Rollstuhl brauchte.

Kurz vor Beginn der Küche allerdings fiel mir die Tüte um, die ich zwischen meine Beine gestellt hatte, und der Inhalt ergoss sich über den Fußboden. Das Gefälle in meiner Wohnung sorgte für eine mehr oder weniger gleichmäßige Verteilung der perfekt rollbaren Batterien, sodass ich in der Folge erst einmal eine Treibjagd auf die umherrollenden Batterien veranstalten durfte. Das aber ist gar nicht so einfach, wenn man nicht sieht, wo sie liegen, und sie daher nur mit den Füßen oder den Rädern finden kann. Dabei besteht nämlich die Möglichkeit, sie eher wegrollen zu lassen, als sie zu fangen.

Der Nachbarin war beim Sortieren eine einzige Batterie auf den Boden gefallen. Das Fallenlassen beherrschte ich scheinbar eindeutig besser.

Ihre erste Reaktion darauf war entsprechend: "Blumen streuen war eben gestern."

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Autor: Ingrid Scheibe

Kategorien: Geschichten

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